Monatsarchiv: Februar 2008

StudiVZ will Markenansprüche mit Abmahnungen durchsetzen

Die Holtzbrinck-Tochter StudiVZ hat verschiedene Betreiber von Webseiten, deren Domainname ein „VZ“ enthält, in den vergangenen Wochen abmahnen lassen, so der Heise Newsticker:

„Mit der Verwendung des „VZ“ verstoßen die Angebote nach Ansicht des Community-Betreibers gegen das Marken- und Wettbewerbsrecht. Die Angebote FussballerVZ, PokerVZ, ErstiVZ, Abitur-VZ und FickenVZ wurden daraufhin von den Betreibern vom Netz genommen oder unter neuem Namen auf andere Domains verschoben. Einige der Betreiber ließen sich dabei offenbar von den geforderten Anwaltskosten abschrecken, die bei einem angesetzten Streitwert von 150.000 bis 275.000 Euro bei über 2000 Euro anfangen.

Ein Sprecher von StudiVZ wollte die Vorgänge im Einzelnen nicht kommentieren. Das Unternehmen werde sich gegen Markenrechtsverletzungen wehren, erklärte er. Zur Berechnung des Streitwert machte das Unternehmen ebenfalls keine Angaben. Grundsätzlich werde aber versucht, außergerichtliche Einigungen zu finden. Doch stehen auch dann die Anwaltskosten im Raum. Dabei ließ StudiVZ nach einigem Medienrummel zumindest in einem Fall mit sich reden. Der Betreiber der Münsteraner Studienanfängerseite ErstiVZ hat sich mit den Berlinern geeinigt und verzichtet auf eine geplante Spendenaktion.

Andere Domaininhaber haben die der Abmahnung angehängte Unterlassungserklärung bislang nicht abgegeben. Beim Landgericht Köln erwirkten die StudiVZ-Anwälte daraufhin einstweilige Verfügungen gegen mindestens drei Anbieter. Einer der Beschlüsse des Gerichts erging gegen die Inhaber der Domain BewerberVZ, unter der ein Portal für Bewerberprofile zu finden ist. BewerberVZ will sich nun gegen den richterlichen Beschluss wehren und eine Aussetzung der Verfügung erreichen.

Von Seiten des BewerberVZ will man die Argumentation von StudiVZ nicht gelten lassen, nach der die Kennzeichenfolge „Interessengruppe plus VZ“ schützbar sei. Darüber hinaus hegt der Anbieter Zweifel, dass „VZ“ als Kurzform von „Verzeichnis“ im Markenegister des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) eingetragen werden könne. BewerberVZ will nun in die Gegenoffensive gehen und die Löschung der DPMA-Registereintragungen für SchülerVZ und AlumniVZ erwirken.“

StudiVZ-Ableger: Neue Heimat für Jungprofis

Seit heute ist der neue Community-Ableger aus dem Hause Holtzbrinck online. Vor allem „young professionals“ will StudiVZ-CEO Marcus Riecke im „digitalen Zuhause“ begrüßen – so Daniel Steinmaier, Berlin in der SZ

 


vergrößern MeinVZ: neue Heimat für „young professionals“
Foto: StudiVZ

In den vergangenen Monaten machte StudiVZ vor allem mit schlechter Presse auf sich aufmerksam. Protestierende Nutzer und mäkelige Datenschützer drückten die Stimmung. Das soll jetzt anders werden. Marcus Riecke, CEO der erfolgreichsten Kommunikationsplattform in Deutschland, rückt sich den Hemdkragen zurecht. Gleich wird er das neue Netzwerk für all diejenigen vorstellen, die keine Studenten mehr sind. Und das Geheimnis lüften, wie das Verzeichnis für Ältere heißen soll.

„Pressekonferenz würde ich das nicht nennen“, sagt Riecke und zeigt auf das improvisierte Frühstücksbüffet auf den zusammengestellten Schreibtischen. Wie man sehe, habe alles hier noch „Start-up-Atmosphäre“. Im hinteren Raum des sanierten Industriealtbaus stehen dicht gedrängt Bürostühle für die Journalisten bereit, die zur Präsentation der neuen Community gekommen sind.

Sechs Monate habe man unter Hochdruck gearbeitet, sagt Marcus Riecke, um ein Angebot für die Zielgruppe „oberhalb von StudiVZ“ auf den Markt zu bringen. Seitens der Nutzer von StudiVZ, von denen 2,5 Millionen keine Studenten mehr sind, habe es immer wieder Nachfragen nach einem auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Produkt gegeben, erklärt Riecke. Wer sich bisher bei StudiVZ registrierte, ohne Stundent zu sein, musste mogeln – und das wolle man den Mitgliedern nicht zumuten.


„Digitales Zuhause“ für Berufstätige

Jetzt aber gibt es „MeinVZ“ – so der Name des neuen Produkts. Hier haben alle „young professionals“ ein „digitales Zuhause“, sagt Riecke. Im Nutzerprofil erscheinen nun nicht mehr Hochschule und Studienfächer, sondern die bisherige Karrierestationen – wenn man das möchte.

Nachdem StudiVZ in der Vergangenheit immer wieder von Datenschützern kritisiert wurde, hat das Unternehmen der Holtzbrinck-Verlagsgruppe nach eigenen Angaben bei der neuen Marke nachgebessert. Die Einstellungen, welche Daten der Nutzer der Öffentlichkeit zugänglich machen will, seien jetzt sehr „filigran“, sagt Riecke.

Dennis Bemmann, einer der Gründer von StudiVZ, demonstrierte an einem MeinVZ-Probeaccount, wie sich in den Einstellungen verhindern lässt, dass sich Fotos ungewollt im Internet verbreiten. „Jetzt können nur meine Freunde die Bilder sehen“, sagt der 29-jährige nach einem Mausklick in seinen Profileinstellungen.

So lasse sich etwa verhindern, dass Personalchefs an die Partybilder von Bewerbern kommen. Aber an Bemmanns Partybildern würde sich bestimmt kein Personaler stören. „In meinem Privataccount habe ich aber mehr Bilder“ sagt Bemmann.


Zweifel am Datenschutz

In MeinVZ und StudiVZ ist es jetzt auch möglich, sich durch Einstellungen gegen personalisierte Werbung zu wehren. Bisher nutzen das nach Firmenangaben aber nur 5 % der Nutzer. In den Standardeinstellungen ist die Option deaktiviert. Bemmann ist sich aber sicher, dass sich die meisten Nutzer ganz bewusst für personalisierte Werbung entscheiden.

Datenschützer haben daran jedoch Zweifel. Sie fürchten um die oft naiven Nutzer, die von sexuellen Vorlieben bis zu politischen Ansichten so ziemlich alles über sich preisgeben, ohne zu ahnen, dass ihre Daten genutzt werden. Aber bei MeinVZ soll das jetzt anders sein. Riecke kündigte eine „erweiterte Registrierung“ bei den Datenschutzrichtlinien an.

Neben Nachbesserungen beim Datenschutz ist vor allem neu, dass es MeinVZ auch auf Englisch gibt. Man habe aber nicht vor, den englischsprachigen Markt zu erobern. Vielmehr wolle man den Nutzern auch Kontakte außerhalb des deutschprachigen Raums ermöglichen.

Optisch unterscheidet sich MeinVZ kaum von StudiVZ. Man habe bewusst nur wenig verändert, sagt Riecke. Wegen seines „Look and Feel“ sei StudiVZ schließlich ein „unglaubliches Erfolgsmodell“. Auch MeinVZ, das mit StudiVZ vernetzt ist, soll eines werden.

Ob Berufstätige genug Zeit haben werden, um in MeinVZ täglich ihre Freunde zu „gruscheln“ – ein Kunstwort, meist als eine Zusammensetzung aus grüßen und kuscheln interpretiert -, Fotos zu verlinken oder ihre Selbstdarstellung zu optimieren, werde sich zeigen, sagt Riecke. „Wir lassen uns überraschen“.

Das StudiVZ und die Kifferfotos


SPIEGEL-ONLINE

StudiVZ vs Facebook das Duell geht weiter

meint die Studentenpresse:

Große Aufruhr gab es Ende des letzten Jahres als StudiVZ verkündete ab dem 9. Januar persönliche Daten weiterzugeben. Mittlerweile haben sich die Wogen wieder geglättet und die Medien widmen sich nun eher Google und Microsoft.

Erstaunlich ist jedoch, dass ein Ansturm bei Facebook im Oktober letzen Jahres ausblieb,
als diese ankündigten personalisierte Werbung zuzulassen. Es scheint, dass der Datenschutz in Amerika nicht so groß geschrieben wird wie in Deutschland. Außerdem bekennt StudiVZ-Chef Marcus Riecke, die Nutzer nicht genügend informiert zu haben. So war vielen nicht bewusst, dass ihr Name nicht verkauft wird, sondern die jeweiligen Interessen, Daten etc. zur Verfügung gestellt werden. Auch wenn die Flucht in Phantasieprofile zunimmt ist Riecke mit dem Ergebnis zufrieden: Ca. 95% der StudiVZ Nutzer stimmten bisher den neuen AGBs zu und die zielgerichtete Werbung ist laut Klickraten wesentlich effizienter als zufällig eingespielte Werbung.

Diese ins Wanken geratene Stabilität ist für StudiVZ vor allem für kommenden März von großer Bedeutung, wenn Facebook seinen Einzug nach Deutschland feiert. Noch sind bei StudiVZ etwa 5 Millionen Nutzer angemeldet, während sich die Zahl der deutschen User von Facebook bisher nur auf etwa 600 000 beläuft. Wie lange StudiVZ diesen Vorsprung jedoch halten kann ist fraglich.

Einen großen Vorteil hat die Plattform darin, dass sie sich nicht auf eine Zielgruppe wie Studenten bei StudiVZ spezialisiert, sondern sehr ausbaufähig ist. Um dem entgegenzutreten ist bei StudiVZ eine neue Plattform in Planung, die sich vor allem an eine Zielgruppe oberhalb, nämlich ehemalige Studenten, richtet. Auch technisch will StudiVZ nun im Gegenzug aufrüsten, obwohl das Portal laut Riecke besonders wegen seiner einfachen Bedienung beliebt ist. Einen weiteren Vorteil sehen Nutzer darin, dass bei StudiVZ eine Exmatrikulation (= Löschung des Profils), während bei Facebook bisher nur eine Stillegung des Profils möglich ist.

Trotzdem ist nicht zu leugnen, dass Facebook mit seinen weltweit 60 Millionen Nutzern nicht nur im englischsprachigen Raum, sondern auch in Europa (u.a. in Nordeuropa wie Schweden, Norwegen…) sehr erfolgreich ist.

StudiVZ bleibt bisher gelassen: „ (…) Wir belegen mit großem Abstand Platz 1 mit StudiVz und mit SchülerVZ Platz 2 in der IVW-Rangliste (…). Wer sich einmal für uns entschieden hat, bleibt uns in der Regel treu“, sagt Riecke. Zu guter Letzt wäre ein Börsengang von Facebook eine interessante Variante, die mit dem Erlös StudiVZ locker übernehmen könnten. – Es bleibt also weiterhin spannend…

180 Peitschenhiebe für Professor

nach unerlaubtem Treffen mit Studentin – so SPON

StudiVZ, Bild und die Generation Doof

Man hat anscheinend ein neues Opfer gefunden: die Generation Doof. Während sich die Macher wohl selber als „doof“ outen, gibt es durchaus tiefblickende Statements dazu, und die Frage, wer wirklich „doof“ ist, bleibt – sagen wir einfach mal – offen:

Der Bastei-Lübbe – Verlag ist nicht gerade die Referenz für bahnbrechende Erkenntnisse, deshalb teil Bild-Blog auch heftig aus in Sachen Generation:

Bild.de macht ganz unverblümt Werbung für ein neues Buch namens „Generation doof“.

Wir kennen das Buch nicht, haben aber den Eindruck, dass sich sein Kauf oder die Lektüre nicht lohnt. Bild.de behauptet nämlich, die Buch-Autoren würden darin „zeigen, wie wenig manche Menschen heute wissen — z.B. in Quiz-Shows“, und dokumentiert anschließend ein paar der „dümmsten Antworten“.

Diese Antworten scheinen die Buch-Autoren allesamt von der Seite Unmoralische.de übernommen zu haben — oder aber von Bild.de (wo man die Antworten selbst schon mal im März 2007 als „Die dümmsten Antworten bei Jauch & Co“ von Unmoralische.de übernommen hatte). Und eine der „dümmsten Antworten“ lautet:

Aus „Wer wird Millionär?“ (RTL): „Wie heißt George W. Bush mit Vornamen? a) Peter, b) Edmund, c) Torgen, d) George.“ Kandidatin: „Ich nehme den 50-50-Joker.“ Danach bleiben übrig: b) Edmund, d) George. Kandidatin: „Ich frage das Publikum.“ Publikum: 42 % Edmund, 55 % George. Kandidatin: „Edmund“. Korrekt: George.

BILDblog-Leser indes wissen längst: Die „Bush“-Frage wurde bei „Wer wird Millionär?“ nie gestellt, auch nicht in ähnlicher Form, auch nicht mit anderen Antworten. Kurzum: Sie ist eine Fälschung. Und die Bild.de-Redaktion weiß das eigentlich auch: Schließlich wurde die „Bush“-Frage damals, nach Veröffentlichung unseres Eintrags, aus dem Angebot von Bild.de gelöscht.

Auch Spiegel Online macht sich über die „Generation Doof“ her und lästert über das Interview der Autoren im ZDF – wo könnte es anders sein, natürlich bei Kerner…

Gefunden haben wir den Link beim Zahnteufelchen.

Die Leser Buchbesprechungen bei amazon bestätigen die schlimmsten Vorbehalte über das Buch: Mit dem Anspruch eine signifikante Verdummung der Gesellschaft belegt zu haben, geht dieses Buch über Stammtischniveau nie hinaus.
Statistische Belege fehlen ebenso wie qualifizierte Quellenangaben für ihre Behauptungen. Gestützt wird jede Aussage auf subjektive Wahrnehmung und haltlose „Tatsachen“.

nennt auch der Kommentar im abgeschmackt blog:

Johannes Baptist Kerner: „Generation Doof“ und der ewig junge „Acapulco-Kerner“

   
Kerner: Mal wieder Totalversgaen auf der ganzen Linie.
Zuerst hat er die Autoren des Buches „Generation Doof“ zu Gast, die eingequetscht zwischen Prof. Karasek einerseits und Prof. Wigald Boning und Barbara Eligmann ihr Buch vorstellen sollen. Was von vorneherein zum Scheitern verurteilt war. Wieviel Sekunden sie hatten bevor die Medienprofis die Selbstdarstellung durch Stichwortnehmer Karasek an sich zogen? Keine Ahnung. Gefühlte 15.

Die undifferenzierte, populistische Grundhaltung der Autoren offenbarte auch ein Fernsehinterview, in der sie Videospiele als eine Hauptursache für die Verdummung allgemein angaben.Jeder Talkshow-Zuschauer verfügt daher über auseichende Qualifikationen ein Werk wie dieses zu verfassen.

Interessant dazu und vor allem seeehr aufschlussreich auch der Niggemeier-blog

StudiVZ mahnt Internetseiten mit ‚VZ‘ im Namen ab

Das in Deutschland sehr beliebte soziale Netzwerk StudiVZ hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins „ZDF heute“ einige Webseiten abgemahnt, die ebenfalls das Kürzel „VZ“ im Namen tragen. Die Betroffenen sollen über 2000 Euro zahlen, so winfuture.

Bei den ersten Webseiten, die eine Abmahnung vom Studenten-Portal erhielten, handelt es sich um PokerVZ und FussballerVZ. Die beiden Netzwerke finanzieren sich ebenfalls über Werbung, richten sich allerdings an andere Zielgruppen. Dennoch erließ das Landgericht Köln in beiden Fällen einstweilige Verfügungen.

Die Richter beanstandeten unter anderem das Design der beiden Portale. Es soll weitgehend vom StudiVZ übernommen worden sein. Dabei haben sie aber offenbar vergessen, dass auch StudiVZ für den Design-Klau kritisiert wird. Man wirft der Webseite aus der Holtzbrinck-Verlagsgruppe vor, die Aufmachung vom us-amerikanischen Vorbild Facebook abgekupfert zu haben.

In den Abmahnungen, die unter anderem auch an ErstiVZ und abitur-vz verschickt wurden, wurde ein Streitwert in Höhe von 150.000 Euro festgelegt. Für die Abmahnung ergibt sich somit eine Gebühr über 2080,50 Euro, die der Abgemahnte zu tragen hat. Den Betreibern wird vorgeworfen, mit ihren Namen gegen das Marken- und Wettbewerbsrecht zu verstoßen.

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin „heute“ hat sich der Pressesprecher des StudiVZ zu der Angelegenheit geäußert. „Wir werden unseren Namen schützen, falls ein anderer Plattform-Betreiber unser Markenrecht verletzt. Grundsätzlich versuchen wir uns bei solchen Fällen aber über einen Dialog außergerichtlich zu einigen“, erklärte Dirk Hensen.