Monatsarchiv: Juni 2008

SchülerVZ: „Was geht euch das an, was wir hier schreiben“

SchülerVZ, das bei Jugendlichen populärste Internet-Angebot, zieht nicht nur im Netz die Massen an. Das hat jetzt die Ludwig-Windthorst-Schule (LWS) in Hannovers Südstadt festgestellt. Fast 100 Besucher zählte ein Elternabend unter dem Titel „Einmal im Netz – immer im Netz“ – so die Göttinger Tagblatt.

Vorläufiges Fazit: Erwachsene wissen so gut wie gar nicht, was in dem Internet-Angebot vor sich geht und sind verunsichert – während inzwischen gut drei Viertel aller Schüler in Deutschland einfach mitmachen und manche Gefahren nicht erkennen. An der LWS sollte Medienpädagoge Moritz Becker Eltern und Lehrern den Umgang mit den Online-Tummelplätzen ihrer Kinder vermitteln. Die sind vielen wegen der vermeintlichen Zeitvergeudung und der Offenlegung von Privatsphäre suspekt. Becker versucht zu vermitteln: Für Erwachsene sei das Internet ein Werkzeug, mit dem seriös recherchiert werde. Jugendliche dagegen suchen vor allem eine Spielwiese, auf der sie sich ausprobieren können – was zunächst auch nicht schlimm sei: „Viele Jugendliche haben keinen, dem sie ihre Sorgen und Nöte erzählen können. Im Netz dagegen finden sie Anerkennung. Sie werden ernstgenommen.“

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StudiVZ verklagt MatheVZ

Es ist schon wirklich erstaunlich, wie einem der Erfolg zu Kopf steigen kann.  – so die Studentenpresse Jüngstes Beispiel: Die Klage von StudiVZ gegen die Internetplattform MatheVZ. Man führe sich nur einmal die Relationen vor Augen: Die 2,24 Mrd. Euro schwere Verlagsgruppe Holtzbrinck, zu der StudiVZ mit über 15.000 Mitarbeitern gehört, geht gegen sechs Studenten vor, deren Umsatz nahezu bei Null liegt. Muss das wirklich sein?

Anscheinend ja, wenn man sich die Vorgehensweise des Konzern-Riesen gegen das Mini-Portal näher betrachtet. In einem Anwaltsschreiben verlangt StudiVZ von den Betreibern der Mathematik-Portals, dass es sein Rechen-Angebot umbenennt, umgestaltet und allem voran unter einer anderen Adresse ins Web stellt. Die Online-Community, die in den beiden Portalen StudiVZ und SchülerVZ mehr als 7,5 Millionen Mitglieder zählt, beansprucht nämlich das Kürzel VZ für sich, und das in allen möglichen Variationen.

Auch wenn die Betreiber von MatheVZ noch vor einigen Tagen beteuerten sich von StudiVZ nicht einschüchtern zu lassen, haben sich mittlerweile doch reagiert: MatheVZ wurde in MatheLV umgetauft. Ob das vorübergehend oder für immer ist, kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, das muss ein Gericht klären.

StudiVZ ist fest davon überzeugt, dass die User mit „VZ“ ihre Online-Community verbinden, und es zu einer Verwechslung kommen könne. Fakt ist aber, dass MatheVZ keine Studenten- oder Schüler-Community ist. Es handelt sich um eine Plattform, auf der Rechenaufgaben, Lösungen und Unterrichtsmaterialien zum Download angeboten werden. Zudem ist die Seite beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eingetragen, genauso wie FetenVZ und SchwuliVZ.

Doch leider sieht es für die sechs Freiburger Studenten nicht besonders gut aus, denn StudiVZ war vor MatheVZ. Deshalb muss letztlich das Gericht entscheiden, ob es zur Verwechslung der beiden Marken kommen kann. Sollte das der Fall sein, muss das Mini-Projekt MatheVZ dem Multi-Milliarden Konzern weichen …

Netzgeflüster: Karriereknick „dank“ StudiVZ

Dass das Web 2.0 keine Privatsphäre kennt, zeigt eco in seiner Kolumne am Beispiel eines hessischen Jungpolitikers. Seine Mitgliedschaft in sogenannten Spaßgruppen bei StudiVZ hatte für ihn unangenehme Folgen – so das Netzgeflüster im Göttinger Tagblatt.

mmer wieder und immer öfter wird davor gewarnt, im Netz allzu private Spuren zu hinterlassen. Das Internet vergisst eben nichts, und was einmal dort veröffentlich worden ist, lässt sich später nur schwer wieder löschen oder korrigieren. Dennoch leiden viele besonders in Netzwerken wie SchülerVZ oder StudiVZ unter einem ausgewachsenen Offenbarungswahn, verraten also ihre Vorlieben und Neigungen, auch sexuelle, präsentieren in ihren Profilen Fotos, die man eigentlich nur guten Freunden zeigen sollte. Und wenn dann diese Dinge plötzlich von Schlimmfingern böse ausgenutzt werden, ist der Katzenjammer groß.

Genau das musste nun der Jungpolitiker Thomas Müller erfahren, der bisher  Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes Schwalm-Eder und stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Hessen gewesen ist. Und der offenbar einen recht eigenwilligen Humor pflegt, der ihm jetzt zum Verhängnis wurde. Auch Müller ist Mitglied bei StudiVZ und dort bei diversen und äußerst beliebten Spaßgruppen. Doch leider hat er sich die falschen ausgesucht. Gruppen nämlich mit Namen wie „Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten“, „Krieg ist scheiße, aber der Sound ist geil“, „Brot für die Welt – Fleisch für mich“ oder „Wär’ ich Kreuzritter gewesen, hätten wir Jerusalem noch“. Das ist natürlich lustig gemeint, und wäre wohl auch nicht weiter schlimm, wenn Müller eben nicht ein aufstrebender Politiker wäre. Und als Politiker muss man halt in der Öffentlichkeit besonders vorsichtig sein, auch und gerade wenn es um den privaten Humor geht.

Irgendwie wurde Müllers Mitgliedschaft in diesen vermeintlich kriegerischen Gruppen nämlich bekannt. Und dann war für ihn schnell Schluss mit lustig.  Oder wie es der örtliche CDU-Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert in der Lokalpresse formulierte: „Ich kenne solche Internetseiten nicht, aber bei Bezeichnungen wie ,Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten‘ hat der Spaß schon lange aufgehört.“ Für ihn sei zudem völlig unverständlich, „wie sich ein Mensch mit einer solchen politischen Funktion überhaupt auf solchen Internetseiten tummeln könnte“.

Müller, der nach eigenen Worten in diese Gruppen von irgendwelchen Leuten eingeladen worden ist und sich darüber keine weiteren Gedanken gemacht hat, ist inzwischen seine Parteiposten los. Und hoffentlich um eine Erfahrung reicher: Im Web 2.0 und damit auch in den dazugehörigen verschiedenen Netzwerken gibt es keine Privatsphäre! Und wer sich dort herumtreibt, sollte lieber ganz schön vorsichtig sein. Vor allem wenn er noch Karriere machen möchte. – Mehr dazu findet man hier.

Wie StudiVZ der Jungen Union zum Verhängnis wurde

Geschrieben von: Malte Landwehr in Reputationund gefunden in Lorm

Heute ist es kaum noch Möglich sich durchs Internet zu bewegen ohne irgendwo dick und fett etwas von Online Identität oder Reputation zu lesen und dennoch gibt es Menschen wie Thomas Müller.

Thomas Müller? Who the fuck? Kenn ich nicht!

Kannte ich bis gestern auch nicht. Der junge Mann war…

  • Geschäftsführer des CDU-Kreisverband Schwalm-Eder
  • stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Hessen
  • Schriftführer des Kreisverbandes Waldeck-Frankenberg
  • leitete den Frankenberger Stadtverband der JU
  • und saß dem CDU-Stadtverband Frankenberg bei war.

Das sind nicht gerade wenige Aufgaben, die der Thomas sich da aufgehalst und auch wenn Herr Überwachungsstaat Schäuble stets bemüht ist uns vom Gegenteil zu überzeugen: Wer ein politisches Amt (oder gleich ein halbes Dutzend) bekleidet wird sicher über ein gewisses Mindestmaß an Intelligenz verfügen.

Auftreten in Öffentlichkeit und Internet

Was mache ich also wenn ich in der politischen Öffentlichkeit stehe? Naja, ich besaufe mich nicht vor Kameras, verkleide mich an Karneval nicht als Hitler (geht in Deutschland ja sowieso nicht), kaufe mir keine Klamotten von Lonsdale und Thor Steiner (auch wenn ich sie cool finde) und passe genrell auf was ich tue und sage.

Aber sobald ich online bin kann lassen was ich will!

Nein kannst du nicht. Du nicht, ich nicht und auch ein Thomas Müller nicht. Zur Sache: Der Thomas war (wie mehr als 20.000 andere Studenten auch) Mitglied in diesen StudiVZ Gruppen:

  • Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten
  • Krieg ist scheiße, aber der Sound ist geil
  • Brot für die Welt – Fleisch für mich
  • Wär’ ich Kreuzritter gewesen, hätten wir Jerusalem noch

Im Prinzip nichts schlimmes und natürlich lustig gemeint. Aber dürfen (angehende) Politiker diese Art von Humor öffentlich verbreiten? Bei der CDU nicht, denn Thomas Müller wurde vom Bundestagsabgeordneten und verteidigungspolitischen Sprecher der CDU im Bundestag Bernd Siebert seines Amtes als Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes Schwalm-Eder enthoben:

[…] bei Bezeichnungen wie “Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten” hat der Spaß schon lange aufgehört. [… mir ist völlig unverständlich] wie sich ein Mensch mit einer solchen politischen Funktion überhaupt auf solchen Internetseiten tummeln [kann] (via WLZ FZ).

Müllers weiterer Verbleib in CDU und JU ist noch ungewiss.

Ich widerspreche dem Herrn Siebert zwar vehement und fordere mehr Präsenz von Politikern im Netz aber die Mitgliedschaft in diesen Gruppen nicht auf unsichtbar zu setzen war wirklich dumm! Zwar gibt es hier und da Unterstützung für Müller aber auch ein Schnellkurs in Ironie wird der alte Garde der CDU solche Späße sicher nicht schmackhaft machen.

Aber Kopf hoch Thomas! Auch wenn deine politische Karriere jetzt ein Scherbenhaufen ist. Dir bleibt eine wichtige Erkenntnis: Es gibt keine Privatsphäre im Web 2.0!

Aha

Ja und? Scheiß Politiker! Hab ich doch nichts mit am Hut!

Das mögen einige jetzt denken aber ich weiß aus erstes Hand, dass mindestens eine große deutsche Bank ihre Azubis abmahnt, wenn sie in StudiVZ Gruppen wie “Ficken für de Weltfrieden” angemeldet sind.

Und die Sache mit den Fungruppen wird noch mal eine ganze Ecke wichtiger werden, wenn die StudiVZ Profile für Suchmaschinen zugänglich gemacht werden (zumindest optional wird dieses Feature garantiert irgendwann kommen). Bei den Briten gab es übrigens schon letztes Jahr ähnliche Vorkommnisse.

Bernd Siebert twittert

Hat jetzt nichts mit dem Thema zu tun aber zum Bernd Siebert muss ich noch was los werden. Wenn ihr auf www.siebert-bernd.de/bericht05.htm klickt, an was müsst ihr denken? Genau, dass sieht aus wie Microblogging! Der Kerl hat noch nie etwas von StudiVZ gehört aber microbloggt seit Februar 2003 (zum Vergleich: Sascha Lobo hat erst im Mai 2007 zu Twitter gefunden).

Ein Vergleich zwischen Bernd Siebers Website und Twitter.

Nagut, ich gebs ja zu. Was wir da sehen sind nur die Überschriften seiner ellenlangen PDFs aber hey, man wird doch noch (von einem Hybrid zwischen Politiker & Early Adopter) träumen können.

Und wo wir gerade von Twitter reden: Ich habe die 100 Followermarke geknackt (und bin somit auf dem Olymp der C-Twitterer angekommen) und habe mit dem Feiertags Warnsystem meinen ersten sinnvollen Twitter-Dienst gestartet.

Die Angst der Studenten vor Bachelor und Master

Die Angst der Studenten

„Das schaffe ich nie“

Die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge überfordern viele Studierende. Hoffnungslosigkeit, Resignation, Schlaf- und Essprobleme machen sich breit.
Von Georg Etscheit


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Lernen und voran kommen: Fehlentscheidungen seien bei den neuen Studienmodellen nicht vorgesehen, bemängeln Kritiker. Das setze die Studierenden unter Druck.
Foto: sueddeutsche.de

Ade Magister und Diplom! Willkommen Bachelor und Master! Die Revolution an den Hochschulen hat viele Studentinnen und Studenten verunsichert. Solche, die noch nach den alten Regeln studieren, und solche, die schon in Bachelor- oder Master-Programmen eingeschrieben sind.

Fragen über Fragen. Kann ich noch in Ruhe meinen Magister zu Ende studieren? Wie funktioniert ein Bachelor-Studium? Wie kann ich das komprimierte Bachelor-Programm mit einem Nebenjob vereinbaren? Wie kann ich in einen weiterführenden Master-Studiengang aufgenommen werden? Was ist mein altes Diplom noch wert? Wie kommt der Bachelor bei Arbeitgebern an?

Es gibt Menschen, die über diese Fragen sogar krank werden. Um sie kümmern sich die Psychosozialen und Psychotherapeutischen Dienste an den Hochschulen. „Erhöhten Beratungsbedarf“ stellen die Studentenwerke fest, seit die Reform in Gang gekommen ist. „Die Kommilitonen sind hochgradig verunsichert“, sagt Andrea Hoops, stellvertretende Generalsekretärin des Deutschen Studentenwerks, der Dachorganisation der Studentenwerke in Berlin. Die „Erfolgsrezepte“, sprich das Erfahrungswissen von Eltern und Lehrern taugten nicht mehr in der schönen neuen Bologna-Welt. „Die haben ja meist das angelsächsische System gar nicht kennen gelernt.“ Deshalb seien die Studentenwerke mit ihrem Beratungsangebot besonders gefordert.

„Wir wollen aber nicht nur Krisenintervention betreiben“, sagt Hoops. Künftig komme es darauf an, die Studenten noch stärker als bisher zu coachen. Und zwar mit zeitgemäßen Angeboten, etwa zu Zeitmanagement, Lerntechniken oder effektiver Gruppenarbeit. Immer häufiger müssen die Studentenwerke auch die Selbstorganisation der Kommilitonen anstoßen. Früher hätten sie sich selbst zusammengeschlossen, sagt der Geschäftsführer des Kölner Studentenwerks, Peter Schink. „Heute gibt es viel mehr Einzelkämpfer, die sich nicht gerne in die Karten schauen lassen.“

Dem Psychologen Klaus Krzyszycha vom Berliner Studentenwerk rennen zur Zeit besonders Studenten die Türe ein, die noch einen traditionellen Magister- oder Diplom-Abschluss anstreben und unter großem Zeitdruck stehen. „Die haben nach den alten Regeln angefangen, weil ihnen Bachelor oder Master zu unsicher waren. Jetzt laufen diese Ausbildungsgänge aus. Das setzt viele unter einen wahnsinnigen Leistungsdruck.“ In sehr knapper Zeit müssen jetzt Referate und Hausarbeiten angefertigt, Scheine erworben werden. Der Stress führe vor allem zu Problemen mit dem Selbstwertgefühl. „Ich bin nicht gut genug, ich schaffe das nicht“, lauten die Hilferufe.

Einen noch größeren Ansturm Hilfe suchender Hochschüler erwartet der Berliner Psychologe, wenn die gestuften Programme erst einmal voll etabliert sind. „Man muss von Anfang an funktionieren“, sagt Krzyszycha. Die neuen modularen Studiengänge sind viel verdichteter und stärker verschult als die alten Diplom- und Magister-Laufbahnen.


Anwesenheitspflicht und ständige Prüfungen sind die Regel. Schließlich sollen die angehenden „Undergraduates“ in spätestens drei Jahren ihren ersten „berufsbefähigenden“ Bachelor-Abschluss in der Hand halten. „Der klar vorgegebene Studienverlauf schürt Ängste zurückzubleiben und den Anschluss an die anderen zu verlieren“, ergänzt Hans-Werner Rückert, Leiter der Zentraleinrichtung Studienberatung und Psychologische Beratung der Freien Universität (FU) Berlin. Der Erfolgsdruck sei enorm, insbesondere dann, wenn nur 30 Prozent der besten Bachelor-Absolventen ein Master-Studium anschließen dürften. Bummelei oder Fehlentscheidungen bei der Wahl der Studienrichtung könnte sich künftig niemand mehr leisten. Wenn dann auch noch, wie in den meisten Bundesländern geplant, Gebühren fürs Erststudium erhoben werden, können versiebte Prüfungen oder ein Fachwechsel richtig teuer werden.

Auch Petra Holler, Psychologin beim Münchner Studentenwerk, erwartet einen starken Zuwachs an Klienten in ihrer Sprechstunde. Zunächst seien die neuen Turbo-Studiengänge für viele zwar attraktiver als die manchmal zu großen Freiräume, mit denen sich Studierende bislang herumschlagen mussten. „Doch der Vorteil ist teuer erkauft“, sagt Holler. Jetzt drohten Stress und Überlastung, die Kommilitonen krank zu machen. Typische Symptome für ein „akutes Erschöpfungssyndrom“ seien Ängste, Hoffnungslosigkeit, Resignation, Schlaf- und Essprobleme sowie vegetative Störungen.

Wie die Zukunft aussehen werde, sei schon heute stark verschulten Studiengängen wie Tiermedizin oder Pharmazie abzulesen. „Die jungen Leute leiden hier unter immensen Anforderungen.“ Holler bedauert, dass der Persönlichkeitsentwicklung als Wert an sich in der Universität der Zukunft offenbar kaum mehr Bedeutung beigemessen wird. „Das Studium wird zum Durchlauferhitzer. Zeit zur Persönlichkeitsbildung und zur Förderung sozialer Kompetenzen ist nicht vorgesehen“

Nach Einschätzung von Rückert sind Deutschlands Hochschulen nur mangelhaft auf die neuen Herausforderungen vorbereitet. Um ein Bachelor-Studium in der vorgegebenen, kurzen Zeit erfolgreich abzuschließen, seien nicht nur eine „intensive akademische Betreuung im Fach“, sondern auch „begleitende Beratungsservices erforderlich“. Rückert verweist auf die gut ausgebauten „Counseling Centers“ in den USA. In der New York University etwa würden rund 20 Prozent der Undergraduates eine Beratungsdienstleistungen wahrnehmen. Für die FU Berlin bedeute dies, dass etwa 3600 statt bisher nur 900 Undergraduate-Studierende eine Beratung in Anspruch nehmen würden. Dies scheitere aber allein schon an der personellen Ausstattung.