Monatsarchiv: Juli 2008

Zeit: (Computer-) Revolution mit Ansage

Zeit: Gut ein Vierteljahrhundert nach der Erfindung des Personal Computers steht seine Zukunft infrage: Die Programme wandern ins Netz: wer braucht da noch einen teuren Rechner?

Im Herbst 1882 schickten Oskar von Miller und Marcel Depréz zum ersten Mal elektrischen Strom über eine
fast 60 Kilometer lange Telegrafenleitung von Miesbach nach München. Erst diese Idee ermöglichte moderne
Elektrizitätsnetze mit Kraftwerken, Überlandleitungen und Steckdosen. Und sie beendete das Zeitalter der
Generatoren, die damals noch in den Kellern vieler Fabriken standen und allenfalls ein paar Glühbirnen und
Maschinen in ihrer Nähe betrieben.

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Delirium tremens studentus americanensis

der Spiegel über das Ami-Besäufniss:

Studenten an US-Universitäten spülen sich gern und regelmäßig ihre Gehirnzellen weg. Die Colleges versuchen, das Ritualsaufen einzudämmen – aber alle Warnungen und Erziehungsversuche verpuffen oder bewirken gar das Gegenteil, wie eine ernüchternde neue Studie aus Harvard zeigt.

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Staatsanwälte ringen um Umgang mit Massenstrafanzeigen gegen Tauschbörsennutzer

Heise:

Die bundesdeutschen Strafverfolgungsbehörden ringen derzeit offenbar um den richtigen Umgang mit dem Phänomen der Massenstrafanzeigen gegen Tauschbörsennutzer. Bei einer Konferenz hatten sich die Landesjustizminister Mitte Juni 2008 mit dem Thema intensiv beschäftigt (PDF). Nach Informationen von heise online entwarfen daraufhin die bundesdeutschen Generalstaatsanwaltschaften Anfang Juli Vorschläge für Leitlinien, die klar definieren, unter welchen Umständen Tauschbörsennutzer noch anhand einer mitgeloggten IP-Adresse aufgespürt werden sollen.

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Die große Sause der US-Studenten

spiegel online:

Wie eine Heuschreckenplage fallen amerikanische Studenten im April zu Hunderttausenden in die Strandhotels von Florida ein. Ihr einziger Wunsch: Babewatch, Party, schneller Sex, Trinken bis zum Delirium. Die vergnügungssüchtige Meute ist überall, wo die Sonne lacht – und sie benimmt sich überall daneben.

„Spriiiiiiiiiin‘ Breaaaaak in Panama Cityyyyyyy!“, brüllt der junge Mann. Es ist der Urschrei eines angehenden Akademikers. Er und weitere 500.000 Studenten sind in Panama City eingefallen. Ein Strandnest hoch im Norden von Florida, am Golf von Mexiko. Weiterlesen

Gefangen im sozialen Netz

Kündigung nicht vorgesehen: Wer seinen Account bei Facebook schließen möchte, muss einiges an Geduld mitbringen – denn das soziale Netzwerk lässt seine Mitglieder nur ungern ziehen. Thomas Hillenbrand von SPON hat sich trotzdem erfolgreich ausgeklinkt.

Ein bisschen komme ich mir vor wie Boris Becker. Am heimischen Laptop sitzend steuere ich mein Profil bei Facebook an und juble. „Ich bin raus. Raus!“ Der Ex-Tennisprofi und AOL-Werbeträger hatte seinerzeit Probleme, ins Internet zu gelangen. Inzwischen besteht das Problem eher darin, dem Netz wieder zu entfliehen, wenn man einmal drin ist.

 

Gefangen im sozialen Netzwerk

Getty Images

Facebook: Gefangen im sozialen Netzwerk

Obwohl ich mit Accounts bei Xing, Orkut und Pownce eigentlich schon übervernetzt war, meldete ich mich im März bei Facebook an. Anfangs war ich hellauf begeistert, dann ging es mir wie einer Freundin, die auf ihre Facebook-Wall schrieb: „Es ist wie mit allen Dingen im Leben – am Anfang ist es wahnsinnig aufregend, aber das lässt schnell nach.“Oder anders gesagt: Als mich über Facebooks Vampirapplikation zum siebzehnten Mal jemand in den Hals biss, ließ mich das ziemlich kalt. Und über meinen Friendfeed erfuhr ich nur, was ich bereits geahnt hatte: All die anderen Medienfuzzis müssen auch ganz schön viel arbeiten. „Tina is at the office“, „Sören has some work to do“ und „Heiko is back from the SBSW conference“. Sehr deprimierend.

„Du kannst gehen, aber Dein Profil bleibt hier“

Weil mir Facebook so fix so fad geworden war, beschloss ich, mich auszuklinken. Tausende Menschen tun das mutmaßlich jeden Tag; Facebook behauptet, 80 Millionen Nutzer zu haben, MySpace spricht von über 100 Millionen, Googles Orkut ebenso. Diese Zahlen sind mit einer sehr großen Prise Salz zu genießen – niemand weiß wirklich, wie viele dieser Nutzer Karteileichen sind. Das liegt vor allem daran, dass die meisten angeödeteten User ihre Accounts nicht stilllegen.

 

Ich möchte mein Facebook-Profil aber nicht als Webruine bestehen lassen. Ich möchte es komplett löschen. Schließlich habe ich Fotos hochgeladen, Videos gepostet, zum Boykott der neuen Edition von Dungeons & Dragons aufgerufen und mich mit allen möglichen Leuten vernetzt. Das soll jetzt alles weg. Das hat nichts mit Datenschutzparanoia zu tun – wenn ich aus einer Wohnung ausziehe, nehme ich ja schließlich auch meine Möbel mit.

Beim Studieren der Einstellungen wird mir jedoch schnell klar: Das geht gar nicht. Es gibt keinen Delete-Button. Es gibt auch keine Informationen im FAQ-Verzeichnis. Löschen ist einfach nicht drin. Nach einigem Gesuche finde ich allerdings die Möglichkeit, meinen Account zu deaktivieren. Dadurch würde ich zu einer Art Schläfer: Mein Profil wäre ist nicht mehr sichtbar, ich bekäme keine Benachrichtigungen mehr – und meine Daten blieben auf dem Facebook-Server, auf ewig.

Halten die Facebook-Leute ihr Produkt für dermaßen gelungen und unverzichtbar, dass sie sich eine Kündigung schlichtweg nicht vorstellen können? Man weiß es nicht. Facebook scheint sich sicher zu sein, dass ich irgendwann zu Kreuze kriechen und meinen Account wieder aufmachen werde.

Ein bisschen wie bei AOL

Selbst die Deaktivierung ist erst nach einem kleinen Online-Kreuzverhör möglich. Bevor ich schlafen gehen darf, soll ich preisgeben, was denn eigentlich mein Problem ist. Kostet Facebook zuviel Zeit? Ist die Benutzerführung verwirrend? Oder gibt es andere plausible Gründe für mein offenkundig autistisches Verhalten?

Je nachdem, welche Begründung man anklickt, serviert Facebook noch eine kleine Belehrung, nach dem Motto: „Du willst raus, weil wir Dir zu viele Benachrichtigungen schicken? Da musst Du halt Deine Mail-Präferenzen exakter einstellen, Du Depp.“

Ich schreibe dem Facebook-Support, dass sie meine Daten löschen sollen. Erwartungsgemäß bekomme ich zunächst ein Standardmail und mache mich auf einen langen Kampf gefasst. Dann erhalte ich jedoch bereits zwei Tage nach dem Erstkontakt eine knappe Nachricht von Audrina aus der Abteilung User Operations: „Wir haben Ihre Profilinformationen gelöscht und Ihre Emailadresse aus unserer Datenbank entfernt.“

Operation gelungen, Patient futsch. Aber warum kann ich mich mit einem Klick anmelden, dann aber nur schriftlich kündigen? Facebook erinnert mich ein bisschen an den Internetanbieter AOL. Dort war man ohne Unterschrift binnen zwei Minuten Mitglied – aber Kündigen über das Internet war unmöglich. Der Versuch, seine Kunden einzusperren, hat seinerzeit übrigens nicht funktioniert. AOL ist inzwischen so gut wie hinüber.

Republik im Raster

Der tödliche Holzklotz-Anschlag in Oldenburg zeigt, wie selbstverständlich sich Fahnder mittlerweile der massenhaften Auswertung von Telefondaten bedienen. Juristen bezweifeln allerdings die Rechtmäßigkeit der Ermittlungsmethode.

Spiegel-Online:

An dem Abend, als ein massiver Block aus Holz zur tödlichen Waffe wird, ist die Autobahn A 29 nahe Oldenburg in völlige Finsternis getaucht. Der silbergraue BMW, der auf der rechten Spur mit gut 130 Stundenkilometern durch die Nacht gleitet, fährt mit Abblendlicht, die Familie ist auf dem Rückweg aus Wilhelmshaven. Neben Wladimir K. sitzt seine Frau Olga, auf den hinteren Plätzen dösen die beiden Kinder, neun und sieben Jahre alt.

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Bagatellklausel and more

über die Bagatellklausel für Musiktauscher, das Iphone and more  lässt sich Spiegel online aus

Das iPhone 3G ist in Deutschland ausverkauft, und Analysten und Fans fragen sich: Wann kommt der Nachschub? 18 amerikanische Internet-Provider verbünden sich gegen Kinderpornografie, und für Filesharer tritt eine Bagatellklausel in Kraft. Das und mehr im Überblick. Weiterlesen