Gerechtigkeit – Gesundheit – Partizipation. 30 Jahre Primary Health Care.

Eine Veranstaltungsreihe derGlobalisation an Health Initiative (GandHI), medico international

und dem Projektbereich „Internationale Gesundheitswissenschaften“

am Institut für Sozialmedizin der Berliner Charité.

Anlässlich des 30jährigen Bestehens der Deklaration von Alma Ata finden Diskussionsveranstaltungen in fünf Universitätsstädten statt.

Die Veranstaltungen wollen die von der WHO formulierten Ideen von „Gesundheit für alle“ an deutsche Universitäten trägen. Das Bündnis möchte Werte wie Chancengleichheit, Solidarität und Bürgerbeteiligung aktualisieren. Es kritisiert die mangelnde Vermittlung eines umfassenden Gesundheitsbegriffs in der medizinischen Ausbildung. Unter dem Motto „Welche Gesundheit wollen wir?“ sollen Fundamente künftiger Projekte entwickelt werden.

3. 11., Berlin, 4.11. Leipzig, 5.11. Würzburg, 6.11. Frankfurt/Main, 7.11. Marburg

Weitere Infos zum Programm und zu den Veranstaltungsorten auf dem Flyer zum downloaden, oder unter www.medico.de.

Hintergrund:

„Gesundheit für Alle“ war die zentrale Forderung der Erklärung von Alma Ata 1978. Mit den Prinzipien Gerechtigkeit, Solidarität und Bürgerbeteiligung in allen Lebensbereichen formulierte die Deklaration die Voraussetzungen für ein Fundament gesunder Lebensbedingungen. Auch 30 Jahre später sind diese Forderungen noch hochaktuell. In ihrem 2008 veröffentlichten Bericht der „Commission on Social Determinants of Health” stellt die WHO fest:

the toxic combination of bad policies, economics, and politics is, in large measure, responsible for the fact that a majority of people in the world do not enjoy the good health that is biologically possible”.

Die 1948 formulierten grundlegenden Rechte eines jeden Menschen umfassen neben politischen und liberalen auch soziale Rechte. Diese „Globalen Sozialen Rechte“ enthalten zwei wichtige Feststellungen:

– Gesundheit erwächst nicht nur aus ärztlicher Versorgung, sondern benötigt als Fundament gesunde Lebensbedingungen.

– Jeder Mensch weltweit hat einen Anspruch auf solche gesunden Lebensbedingungen.

Daraus resultierende Handlungsstrategien sind mehr als Förderung gesunder Lebensweisen nur auf der Ebene individuellen Verhaltens. Ebenso wichtig ist die Veränderung von sozialen und ökonomischen Determinanten, die sich auf die Gesundheit des Einzelnen auswirken. „Primary Health Care“ und „Globale Soziale Rechte“ führen die Handlungsebenen zusammen.

Mit Rücksicht auf globale Zusammenhänge sieht GandHI als ersten Ansatzpunkt für Veränderungen die medizinische Ausbildung in Deutschland. Die Vermittlung eines umfassenden Gesundheitsbegriffs im Sinne des Konzepts „Gesundheit für Alle“ wurde schon 1984 von der WHO für die gesamte universitäre Lehre gefordert, ist aber bis heute nur mangelhaft umgesetzt. Weiterhin wird kaum Wissen über die komplexen Einflüsse sozialer Determinanten als Voraussetzung für Maßnahmen der Verhältnisprävention vermittelt. In einem politischen Umfeld, in dem „Gesundheit“ zunehmend mit „Gesundheitsversorgung“ gleichgesetzt wird, können Ärzte, ob im direkten Kontakt mit den Patienten oder als Gesundheitsadvokaten, einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Gesundheit als globales soziales Recht leisten.

Mit dieser Veranstaltung möchten die Globalisation and Health Initiative (GandHI), medico international  und der Projektbereich „Internationale Gesundheitswissenschaften“ am Institut für Sozialmedizin der Berliner Charité die Prinzipien Chancengleichheit, Solidarität und Bürgerbeteiligung aktualisieren und damit einen Beitrag zum Diskurs um gesunde Lebenswelten und gesundheitliche Ungleichheit leisten.

Hierzu laden wir alle Interessierten aus Wissenschaft, Lehre, Zivilgesellschaft und Politik ein.

GandHI- Globalisation and Health Inititative

3o Jahre Deklaration von Alma-Ata

„Eine echte Politik der Unabhängigkeit, des Friedens, der Entspannung und Abrüstung könnte und sollte zusätzliche Mittel freisetzen, die durchaus friedlichen Zwecken zugeführt werden könnten, insbesondere der Beschleunigung der sozialen und ökonomischen Entwicklung, an der die primäre Gesundheitsversorgung als wesentlicher Bestandteil den ihr gebührenden Anteil zugewiesen bekommen sollte.“

(Deklaration von Alma-Ata, 1978)

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Eine Antwort zu “Gerechtigkeit – Gesundheit – Partizipation. 30 Jahre Primary Health Care.

  1. Лучше и не придумаешь.

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