(fast) alle Studenten sind täglich online

Fast alle Studenten sind täglich online

Wikipedia und Netzwerke wie StudiVZ oder Facebook sind die Favoriten von Studenten. Die meisten surfen jeden Tag um die drei Stunden, jeder hundertste sogar mehr als zehn Stunden, zeigt eine neue Studie. Web-Abstinenzler sind echte Exoten.

Deutschlands Studenten nutzen das Internet extrem stark – und was sie dort treiben, hat mit dem Studium oft nur am Rande zu tun. Das zeigt eine neue Untersuchung des Hochschul-Informations-Systems (HIS) und des Multimedia-Kontors Hamburg. Ein knappes Viertel surft demnach vier bis sechs Stunden täglich. Rund drei Viertel sind jeden Tag zwischen einer und drei Stunden im Netz.

Dass Studenten einen großen Bogen um das Internet machen, kommt praktisch nicht vor. Weniger als eine Stunde täglich bewegen sich nur 0,3 Prozent im Web, ermittelten die Hannoveraner Bildungsforscher. Sogar der Wert der Extremsurfer, die täglich zehn bis zwölf Stunden online sind, liegt mit 1,3 Prozent deutlich höher.

Der HIS-Studie zufolge greifen Studenten besonders gern auf die Online-Enzyklopädie Wikipedia und auf Netzwerke wie StudiVZ, Facebook, MySpace oder Xing zu. So gaben 60 Prozent der Umfrageteilnehmer an, Wikipedia anzusteuern – Männer häufiger als Frauen. 80 Prozent der Wikipedia-Nutzer sind aber reine Leser und 89 Prozent noch nie aktiv gewesen in dieser Wissenscommunity, nur ein Prozent engagiert sich hier richtig.

„Second Life“ ist out

Wikipedia genießt hohes Vertrauen: 52 Prozent halten die Informationen für sehr verlässlich bis verlässlich. Auch der Übersetzungsdienst Leo, aus einem studentischen Projekt hervorgegangen, schneidet hier gut ab.

In den „Social Communitys“ sind deutlich mehr Frauen als Männer unterwegs. Die Netzwerke dienen hauptsächlich zur Kommunikation mit Freunden. Aber immerhin ein gutes Drittel der Studenten nutzt sie auch für den Austausch über Themen des Studiums.

So gab über die Hälfte der 4400 befragten Studenten an, Communitys auch für die Prüfungsvorbereitung anzuzapfen. 49 Prozent tauschen dort Dokumente und Literatur, 46 Prozent suchen eine Wohnung oder Jobs. Ein gutes Drittel der Studenten chattet außerdem häufig oder tauscht Nachrichten per Instant Messaging aus. Deutlich weniger beliebt sind Webblogs, Video- und Audio-Podcasts, RSS-Feeds oder kommerzielle Musik-Download-Angebote.

Das Web 2.0 hat in der Welt der Hochschulen aber auch Grenzen: Die gewohnten Lernwelten seien bislang nicht von virtuellen abgelöst worden, so die HIS-Forscher. „Second Life“ zum Beispiel suchen 79 Prozent der Befragten überhaupt nicht auf. Und nur sechs der 4400 Studenten haben bislang eine Hochschule oder eine Hochschulveranstaltung in „Second Life“ besucht.

Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Umfrage im September und Oktober dieses Jahres. Untersucht werden sollte vor allem die studentische Nutzung von Web 2.0-Applikationen und von E-Learning-Angeboten. Seit 2004 habe der Ausbau dieser Lehr- und Lernformen stagniert; sie würden aber intensiver genutzt, schreiben die Autoren der Studie.

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