Erste Göttinger Privatdozentin im Fach Zahn-, Mund-, Kieferheilkunde

Priv. Doz. Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner, Zahnärztin und Fachärztin für Zahnärztliche Chirurgie an der Universitätsmedizin Göttingen, ist die erste Frau, die sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen im Fach Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde habilitiert und die Lehrbefugnis für dieses Fach erworben hat. Der Studiengang Zahnmedizin ist seit 1919 als universitärer Studiengang in Göttingen etabliert. Die erste Göttinger Privatdozentin für Zahn-, Mund-, Kieferheilkunde hielt im April 2009 ihre Antrittsvorlesung zum Thema „Der Einsatz von Laser-Strahlung in der Zahnmedizin“. Auf dem Weg zur Habilitation hat Priv. Doz. Dr. Sennhenn-Kirchner Unterstützung und Zuspruch erfahren. „Den letzten Anstoß und die nötige Portion Mut zur Habilitation hat mir das Mentoring-Programm der Universitätsmedizin Göttingen gegeben. Auch die Unterstützung durch die Wissenschaftlerinnen des Göttinger Netzwerks „medf3″ war für mich sehr entscheidend“, sagt Privatdozentin Dr. Sennhenn-Kirchner. „Ohne diese Unterstützung hätte ich es sicherlich sehr viel schwerer gehabt.“ Sennhenn-Kirchner hat bereits viele Jahre als Oberärztin in der Krankenversorgung und wissenschaftlich gearbeitet und war auch in der Lehre tätig. Sabine Sennhenn-Kirchner ist 1960 in Walsrode geboren. 1979 beginnt sie mit dem Studium der Zahnheilkunde an der Universität Göttingen. Bis zur Approbation als Zahnärztin 1984 und Promotion 1988 gleicht der akademische Weg von Sabine Sennhenn-Kirchner dem ihrer männlichen Kollegen.

Im selben Jahr erlangt sie die Gebietsbezeichnung „Zahnärztin für Oralchirurgie“ und arbeitet von 1989 bis zur Auflösung der Abteilung 2008 als Oberärztin in der Abteilung Zahnärztliche Chirurgie. Im Jahr 1990 heiratet sie und bekommt eine Tochter. Ihre akademische Laufbahn bekommt einen typischen „Knick“. Acht Jahre später erwirbt Frau Sennhenn-Kirchner die Zusatzqualifikation für „orale Implantologie“. Im Jahr 2009 erlangt sie die Habilitation und venia legendi für das Fach Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Wissenschaftlich hat sich Priv. Doz. Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner seit ihrer Facharztausbildung 1988 vor allem mit Fragen befasst, die in der praktischen Krankenversorgung eine Rolle spielen. Untersuchungen zu Zahnkeimtransplantationen und zur Problematik von Frontzahnimplantaten folgten Untersuchungen zur Akzeptanz der Patienten für die Möglichkeiten zahnärztlicher Implantologie.

Seit Mitte der 90er Jahre konzentriert sie sich auf den Einsatz von Laserlicht in der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie. 1995 begann sie Laserlicht als Behandlung von Infektionen einzusetzen, die in der Implantologie eine Rolle spielen. Wie können zahnärztliche Implantate frei von Infektionen gehalten werden? Diese Frage führte sie zu Untersuchungen über die Bedeutung von Biofilmen in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Zusammen mit Experten aus der Abteilung Medizinische Mikrobiologie entwickelte sie ein Biofilm-Modell und untersuchte verschiedene Dekontaminationsmethoden auf implantologisch relevanten, unterschiedlich strukturierten Titan- und Keramikoberflächen. Die Vorarbeiten hat sie in ihrer Habilitationsarbeit mit dem Thema „Untersuchungen zur Behandlung der periimplantären Infektionen“ veröffentlicht. Aktuell stehen Untersuchungen zur Besiedlungsmöglichkeit dieser so dekontaminierten Oberflächen mit Osteoblasten an. Priv. Doz. Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner ist jetzt selbst Mentorin im laufenden Mentoring-Projekt der UMG und begleitet eine Mentee aus der Zahnmedizin auf deren Weg zur Habilitation. Sie möchte Mut, eigene Erfahrung und selbst erfahrene Unterstützung an die junge Kollegin weiter geben. Zwei weitere Frauen aus der Zahnmedizin haben sich als Mentee im Mentoring-Programm angemeldet.

Das Mentoring-Programm der Universitätsmedizin Göttingen fördert und unterstützt Frauen bei der Planung und Gestaltung ihrer Karriere. Das Förderungsprogamm für weibliche Wissenschaftler besteht bereits seit 2002 an der Universitätsmedizin Göttingen – und hat Vorbildcharakter für andere universitäre Einrichtungen. Bislang haben über 120 Wissenschaftlerinnen aus der Universitätsmedizin Göttingen daran teilgenommen. Förderungsprogramme wie das Göttinger Mentoring-Programm zielen auch darauf ab, Frauen zur Habilitation zu ermutigen. Der Anteil von Frauen in akademischen Spitzenpositionen ist geringer, je höher die Position ist. Zwischen 2000 und 2008 haben sich in der Göttinger Medizinischen Fakultät 193 Männer und 41 Frauen habilitiert. Die Habilitation ist die Voraussetzung, um auf eine Professur berufen werden zu können.

Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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