Ausland IV: es lohnt sich trotz alledem

und nun das Fazit: es lohnt sich doch, trotzdem man es versucht hatte, die Auswanderung mit allen Mitteln madig zu machen!

Auch wenn es schwierig war – die Zeit im Ausland lohnt sich
Sterz, der selbst vor Ort lebt, will Dubai aber nicht abschreiben. Für spezialisierte Fachkräfte bleibe Dubai auch in Zukunft interessant. „Wir stehen mit vielen Bewerbern aus Deutschland in Kontakt, die bei der nächsten Gelegenheit wieder herkommen möchten“, sagt Sterz.

Während Länder wie Dubai, Großbritannien, Irland, Spanien und die USA momentan besonders stark an Attraktivität verlieren, können sich Asien und Südamerika als Krisengewinner bezeichnen. Über die Hälfte der Befragten der „Junge-Karriere“-Umfrage sagt, dass Asien für sie als Standort attraktiver geworden ist, bei Südamerika ist es fast ein Viertel – nach Asien könnte sich auch Rüdiger Hesse vorstellen. Der 31-Jährige arbeitet seit September 2008 in Moskau als Controller bei Siemens. Vorher war Hesse drei Jahre bei einer Softwarefirma in Bombay. In Russland will er nicht bleiben, weil er nicht an die Zukunftsfähigkeit des Landes glaubt. „Entweder komme ich zurück nach Deutschland oder ich gehe nach Singapur“, sagt Hesse.

Bei Siemens in Moskau hat er einen russischen Vertrag. In Deutschland würde er mehr verdienen und wäre sozial besser abgesichert. „Rente und Krankenversicherung machen eine Rückkehr nach Hause für mich attraktiv“, sagt Hesse. Aber bevor er keinen Job gefunden hat, kommt ein Umzug für ihn nicht infrage.

Auf mehr oder weniger gepackten Koffern sitzt Anna-Maria Poppe in der argentinischen Stadt Mendoza. Ihr Entschluss, nach Argentinien zu gehen, fiel nach einem Urlaub in Südamerika 2008. „Ich habe meinen Halbtagsjob bei Bosch in Stuttgart gekündigt und bei einer Werbeagentur in Mendoza als Praktikantin angefangen“, erzählt die 23-Jährige. Sie hangelte sich von Job zu Job, ist aber wegen der Krise seit vier Monaten arbeitslos. Langsam gehen die Ersparnisse zur Neige. Momentan führt sie über Skype Bewerbungsgespräche mit deutschen Unternehmen, hofft aber insgeheim noch, einen Anschlussjob in Argentinien zu finden. „Mal schauen, was passiert. Doch bevor ich in Deutschland Däumchen drehe, bleibe ich lieber hier.“

Eins haben alle vier gemeinsam: Weder die beiden Rückkehrer Nora Rath und Jessica Lange, noch die Rückkehrwilligen Rüdiger Hesse und Anna-Maria Poppe möchten ihre Zeit und ihre gemachten Erfahrungen im Ausland missen, auch wenn es nicht immer einfach war. Rüdiger Hesse fasst es wohl stellvertretend für alle zusammen: „Ich weiß zwar bis heute nicht, ob ich vor vier Jahren objektiv die richtige Entscheidung getroffen habe – ich würde sie aber immer wieder genauso treffen.“

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