control your Info: Aktivisten kapern Facebook-Gruppen

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Schwedische Aktivisten haben fast 300 Gruppen im sozialen Netzwerk Facebook übernommen, um auf Datenschutzprobleme aufmerksam zu machen.

„Unser Hauptziel ist es, auf die Online-Privatsphäre aufmerksam zu machen“, schreiben die Aktivisten in ihrem Blog. Viele Surfer müssten darunter leiden, dass sie zu wenig Ahnung von ihrer Internetpräsenz hätten, heißt es weiter. Um diese Leute aufzurütteln, wählten die Schweden unter dem Namen „Control your Privacy“ ein ungewöhnliches Mittel: Sie kaperten 289 Gruppen im Online-Netzwerk Facebook und tauschten ihre Namen und Logos aus.

Außerdem veränderten sie die Gruppenbeschreibung und mahnten darin zu einem „zurückhaltenderen Umgang mit persönlichen Daten“. Durch den Zugriff könnten nun theoretisch alle denkbaren Unwahrheiten verbreitet werden. „Wenn wir wollten, könnten wir dich in einem schlechten Licht dastehen lassen und deinen Ruf gravierend schädigen“, zitiert das Technikportal Cnet eine Gruppenbeschreibung. Dazu würde es schon reichen, den Namen der Gruppe zu verändern. Dann würde es so aussehen, als sei jemand nicht mehr Mitglied einer harmlosen Gruppe, sondern beispielsweise Fan von rechtsextremen Vereinigungen.

Keine Hacker

Allerdings hat „Control your Privacy“ für die Aktion nicht die Plattform gehackt. Stattdessen suchten die Mitglieder über Google nach Facebook-Gruppen, deren Administratoren nicht mehr aktiv waren. Sie traten der Gruppe bei und übernahmen die Administratorrolle – so war es möglich, Namen und Beschreibung zu ändern. „Control your Privacy“ betont mehrfach, dass die Aktivisten keine bösen Absichten hätten. Allerdings seien sie bei ihrer Recherche auf viele von anderen Personen gekaperte Gruppen gestoßen – „deren Intentionen bleiben offen“.

Facebook bestätigte FOCUS Online: „Es gab keinen Hack und vertrauliche Informationen waren nicht gefährdet.“ Eine Sicherheitslücke gebe es bei dem Netzwerk nicht. Facebook weist zudem darauf hin, dass ein Zugriff nur bei kleinen Gruppen möglich sei, bei großen aber nicht. Die Plattform will nun alle gekaperten Gruppen löschen.

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