Facebook und Zynga wegen Social-Games-Abzocke verklagt

Sie heißen Mafia Wars, FarmVille, Poker oder YoVille und sind derzeit die Renner im Spielegeschäft: Millionen Nutzer von Netzwerken wie Facebook
oder MySpace vertreiben sich die Zeit mit sogenannten Social Games des US-Unternehmens Zynga.
Innerhalb kürzester Zeit hat sich die in San Francisco beheimatete Firma zu einem der Marktführer im globalen Geschäft mit Online-Spielen
entwickelt. Die Umsätze des Unternehmens sollen sich inzwischen auf über 100 Millionen Dollar pro Jahr belaufe / ]]>Sie heißen Mafia Wars, FarmVille, Poker oder YoVille und sind derzeit die Renner im Spielegeschäft: Millionen Nutzer von Netzwerken wie Facebook oder MySpace vertreiben sich die Zeit mit sogenannten Social Games des US-Unternehmens Zynga. Innerhalb kürzester Zeit hat sich die in San Francisco beheimatete Firma zu einem der Marktführer im globalen Geschäft mit Online-Spielen entwickelt. Die Umsätze des Unternehmens sollen sich inzwischen auf über 100 Millionen Dollar pro Jahr belaufen.

doch woher kommt dieser Umsatz? Diese Frage beschäftigt jetzt auch die Gerichte. Die in Sacramento ansässige Anwaltskanzlei Kershaw, Cutter & Ratinoff (KCR) hat beim „United States District Court, Northern District of California“ eine Sammelklage gegen Zynga und Facebook eingereicht. Der Vorwurf: Die Unternehmen hätten in betrügerischer Absicht diverse Geschäftsmethoden entwickelt, um ahnungslosen Konsumenten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Zahl der Geschädigten geben die Anwälte mit mindestens 100.000 an.

Zwar sind die Zynga-Spiele selbst kostenlos, bestimmte Extras können aber nur freigeschaltet werden, wenn der Nutzer dafür in der jeweiligen Spielwährung bezahlt. Im Mittelpunkt der Klage steht die Masche, Spielgeld durch eine Teilnahme an Werbeaktionen, angeblichen Umfragen oder Pseudo-Tests zu erwerben. Klassiker ist der sogenannte IQ Test: Nimmt der Spieler daran teil, bekommt er ein paar simple Fragen gestellt. Am Ende kommt dann der Hinweis, dass man per SMS einen PIN-Code auf das Handy geschickt bekommt, weshalb man seine Mobilnummer angeben müsse.

Gibt der Nutzer diesen Code dann im Test-Interface ein, hat er – ohne es sofort zu wissen – gerade ein Abonnement für einen nutzlosen SMS-Dienst abgeschlossen, das ihn mehrere Dollar im Monat kostet. Abkassiert wird über die Mobilfunkrechnung. Die Kläger rechnen nun vor, dass Zynga bis zu 84 Millionen Dollar pro Jahr über solche „Sonderaktionen“ einnehmen könnte. Und Facebook, heißt es in der Klageschrift, generiere schätzungsweise 10 bis 20 Prozent des Jahresumsatzes von 500 Millionen Dollar über eingebundene Zynga-Games. Welchen Marktwert das Geschäft mit Social Games in der Branche hat, offenbarte zuletzt EA: Der Spiele-Publisher zahlt für den kleineren Zynga-Konkurrenten Playfish bis zu 400 Millionen Dollar.

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