Facebook und die Datenschutzreform

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Datenschutz und Social Communities sind offenbar unvereinbare Welten. Auch mit der sogenannten „Datenschutreform“ gelingt es Facebook auf Anhieb, alle , d.h. Bürgerrechtler, Datenschützer etc. gegen sich aufzubringen. Dabei muss man mal wieder und immer wieder feststellen, dass diese ach so freundlichen Plattformen überhaupt nicht so freundlich sind, wie sie immer tun.

Bürgerrechtler verurteilen Facebooks Datenschutzreform

Von Felix Knoke

Facebooks neue Privacy-Einstellungen sollen das Social Network ein bisschen mehr wie Twitter machen – bedrohen aber den Datenschutz der Nutzer, sagt die Electronic Frontier Foundation. Außerdem im Überblick: Musiklabel verklagt Google und Microsoft, Musik in 140 Zeichen und mehr.

Facebook will es mit Twitter und dem Echtzeit-Web aufnehmen. Grundlage dafür wäre aber die Veröffentlichung aller Nutzer-Aktivitäten im Netz. Eine Datenschutzreform soll nun den Spagat zwischen totaler Entblößung und Schutz der Privatsphäre schaffen – und erzürnt Onlinepresse und Bürgerrechtsbewegungen: Die Reform macht theoretisch alles sicherer, aber praktisch vieles unsicherer.

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Wenn Facebook etwas am Datenschutz dreht, sind davon 350 Millionen Menschen betroffen. Diese Dimension muss man sich vor Augen halten, um den Aufruhr, den Facebooks neue Datenschutzeinstellungen bei Bürgerrechtlern und in der Onlinepresse verursachten, zu verstehen. Facebook will seinen Nutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre geben, schrieb gestern die DPA. Zukünftig sollen die Nutzer Fall für Fall entscheiden dürfen, wer einen neuen Eintrag im sozialen Netzwerk sehen darf. Die freizügigste Einstellung führt zur Preisgabe aller neuen Facebook-Einträge bei Google und anderen Suchmaschinen; das Private wird öffentlich. Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation (EFF) sieht deswegen in den neuen Optionen neben guten Ansätzen vor allem auch große Gefahr. Sie erkennt in den neuen Einstellmöglichkeiten den Versuch, Facebook-Nutzer zur Preisgabe von noch mehr Informationen als bisher zu bewegen, heißt es im EFF-Blog. Am Ende bedeuten die Datenschutzänderungen „weniger Kontrolle der User über ihre persönlichen Daten.“ Ari Schwartz vom Center for Democracy and Technology sieht das einem Bericht der „Computerworld“ zufolge ähnlich: Zwar sei es gut, Usern mehr Einstellmöglichkeiten zu geben, aber die neuen Standard-Einstellungen von Facebook werden einen negativen Einfluss auf den Datenschutz haben.

Diese Einschätzung ist gerechtfertigt: Facebook stellt Nutzer jetzt vor die Wahl, alles bei den alten Einstellungen zu belassen oder die neuen Standards „für alle“ zu akzeptieren. Wer schon einmal Facebooks Datenhunger per manueller Einstellmöglichkeiten zu drosseln versuchte, fährt mit „Alte Einstellungen“ gut. Wer noch nie am Datenschutzregler drehte, wird vor die Wahl „schlecht oder eklig“ gestellt, wie es die EFF formuliert. Wer bei den Standard-Einstellungen bleiben will, veröffentlicht zukünftig seine Facebook-Status-Updates für die Welt. Was sich auf jeden Fall ändert: Gruppen-Mitgliedschafen sind auch für Nutzer sichtbar, die keine freundschaftliche Verbindung zum gerade betrachteten Profil pflegen. Das gleiche gilt für die eigene Freundesliste, Alter, Geschlecht, derzeitigen Wohnort und die „Networks“, denen man angehört. All das kann man künftig nicht mehr privat halten, wenn man bei Facebook angemeldet ist.

Wie also am besten vorgehen? Egal, was man beim aktuellen Datenschutz-Dialog eingab: Alle Facebook-Nutzer sollten das „Privatsphäre-Einstellungen“-Menü bei „Einstellungen“ aufrufen und Punkt für Punkt für sich beantworten: Sind das Informationen, die ich mit der ganzen Welt teilen will?

Prinzipiell aber gelte, so die EFF: „Nutzer, die Kontrolle über ihre Privatsphäre für wichtig halten, werden entscheiden müssen, ob Teilnahme am neuen Facebook einen so extremen Privatsphären-Verlust wert ist.“

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