Dominikanische Republik Malaria im Urlaubsparadies

Das Gesundheitsministerium der Dominikanischen Republik warnt seit dem vergangenen Jahr vor der Malaria tropica – jedoch galt das bislang nur für das Landesinnere. Jetzt werden in Deutschland aber Fälle bekannt, bei denen sich Touristen an der Küste mit dem lebensgefährlichen Erreger angesteckt haben.

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Der Malaria-Erreger wird durch Stiche weiblicher Anopheles-Mücken übertragen

DPA

Der Malaria-Erreger wird durch Stiche weiblicher Anopheles-Mücken übertragen

Allein an der Uni-Klinik in Düsseldorf sei in jüngster Zeit bei drei Patienten, die in Dominikanischen Republik Urlaub gemacht hätten, Malaria diagnostiziert worden, teilte die tropenmedizinische Ambulanz der Hochschule mit. Professor Dieter Häussinger sagte zu SPIEGEL ONLINE, es seien weitere Fälle aus München, Berlin, Dresden und Barcelona in letzter Zeit bekannt geworden. „In ganz Deutschland hat es im vergangenen Quartal elf Malaria-Patienten gegeben, die sich nachweislich in der Dominikanischen Republik infiziert haben“. Jährlich gebe bundesweit um die tausend Erkrankungen an einer der drei bekannten Malariaarten. Hauptansteckungsgebiet dieser Fälle ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin das ostafrikanische Kenia, gefolgt von Ghana und Nigeria im Westen des Kontinents.

Malaria-Weltkarte der WHO (A=geringes Infektionsrisiko)

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WHO

Malaria-Weltkarte der WHO (A=geringes Infektionsrisiko)

Das Fatale an den jetzt bekannt gewordenen Fällen aus der Dominikanischen Republik sei, dass vor der auch als Sumpffieber bekannten Krankheit bislang immer nur im Landesinneren gewarnt worden sei, sagt Häussinger. „Doch in den jüngsten Fällen beteuerten die Erkrankten, sich nur am Strand aufgehalten zu haben. Deshalb denken viele Hausärzte nicht sofort an eine mögliche Malaria-Infektion, wenn Patienten mit Fieber in die Praxen kämen und sagen, dass sie von einem Strandurlaub zurückgekehrt seien“, so der Mediziner. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte die Gefahr, sich in der Dominikanischen Republik mit Malaria zu infizieren, als relativ gering ein.

Eine mögliche Erklärung für das neue Ausbreitungsgebiet sieht der Professor in dem rasanten Ausbau von Hotelanlagen an der Küste. Bereits angesteckte Bauarbeiter wie etwa aus Haiti hätten den Parasiten in ihrem Blut mitgebracht. Haiti gilt als Hochrisikogebiet in Sachen Malaria. Außerdem schlagen Touristen angesichts günstiger Last-Minute-Angebote alle guten Ratschläge in den Wind und reisen ohne entsprechenden Schutz an das beliebte Urlaubsziel.

„Es besteht aber kein Grund zur Panik“, sagte Häussinger. Bei einem Strandurlaub reiche aus, sich gegen Mückenstiche, mit denen Malaria übertragen wird, in der Abenddämmerung mit langer Kleidung zu schützen. Eine medikamentöse Vorbeugung sei nicht notwendig, einschlägige Arzneien im Reisegepäck könnten jedoch auch nicht schaden, so der Tropenmediziner. Wenn man sich trotz der Vorsichtsmaßnahmen angesteckt habe, sei eine schnelle Behandlung wichtig. „Malaria ist prinzipiell heilbar.“

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