Zuckerberg als Mister Privacy?

Noch vor nicht allzulanger Seite hat man im Hause F oder Z eine dicke Lippe riskiert: Privacy sei Schnee von gestern. Als ob man das so ohne weiteres im gruschelfreien Raum hingenommen hätte, ja das hätte uns doch zu denken gegeben. Aber so weit ist es zum Glück noch lange nicht. Herr Zuckerberg muss aufpassen, dass er den Bogen nicht noch weiter überspannt!

Die Kritik setzt ihm offensichtlich zu: Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste auf einer Konferenz erklären, wie es sein Unternehmen mit dem Schutz privater Daten hält – und geriet dabei ordentlich ins Schwitzen. Dabei soll alles nur ein Missverständnis sein.

Mark Zuckerberg könnte sich ganz entspannt zurücklehnen. Der 26-Jährige hat vor sechs Jahren Facebook gegründet und zum größten sozialen Netzwerk der Welt gemacht. Mehr als elf Milliarden Dollar ist sein Unternehmen mittlerweile wert – so allgegenwärtig, so nützlich ist die riesige Kontaktdatenbank, so kostbar der ungeheure Datenschatz. Jede Kritik, und davon gibt es nach wie vor reichlich, könnte einfach an ihm abperlen: Immer noch kommen neue Nutzer in Scharen.

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Erst am Montag geriet wieder mal eine Protestaktion zum Flop: Aus Ärger um den Umgang mit privaten Daten haben ein paar Tausend Facebook-Nutzer ihre Mitgliedschaft gekündigt. Etwas mehr als 30.000 dürften es gewesen sein, im Vergleich zu den mittlerweile 450.000.000 Mitgliedern nur ein winziges Grüppchen.

Doch auf der „All Things Digital“-Konferenz in Kalifornien zeigte sich Zuckerberg in einer Gesprächsrunde alles andere als zurückgelehnt. Auf dem wichtigen Branchentreffen, auf dem auch Apple-Chef Steve Jobs Rede und Antwort stand, wurde der Facebook-Gründer gegrillt. Sogar seinen schwarzen Pullover, den Zuckerberg zu seinem Markenzeichen erkoren hat und deswegen praktisch immer trägt, musste er ausziehen, berichtet die „New York Times“, so heiß wurde es ihm.

Denn die Tech-Journalisten Walt Mossberg und Kara Swisher hakten nach: Wie steht es denn nun um den Schutz intimer Details aus dem Privatleben der Facebook-Nutzer? Warum hat Facebook, nach und nach, immer mehr Informationen seiner Mitglieder für die ganze Welt öffentlich gemacht? Wie erklärt er sich die öffentliche Empörung?

„Es hat wohl Missverständnisse gegeben“

Auf diese Fragen hatte Zuckerberg keine eindeutigen Antworten. Stattdessen beschrieb er, wie das Unternehmen über die Jahre gewachsen sei. Dass es zahlreiche Optionen zum Datenschutz gebe. Dass die Nutzer sich diese Optionen auch ansehen würden – nur um dann meist doch nichts daran zu ändern. So diffus seine Erklärungen blieben, desto mehr Nachfragen provozierte er. Nach zwanzig Minuten musste er seinen Pullover ausziehen.

Der sonst so selbstbewusste Zuckerberg wirkte sichtlich angefasst. Womöglich war das nur gut gespielt. Dann aber hätte er gut daran getan, sich auch ein paar gescheite Antworten zurecht zu legen und nicht nur im Ungefähren zu bleiben. Eine klare Botschaft hatte er dann doch: „Es hat da wohl Missverständnisse gegeben, wir würden alle Informationen offenlegen“, sagte Zuckerberg. „Das ist komplett falsch.“

Weil in Sachen Datenschutz offensichtlich Welten zwischen Zuckerberg und den Moderatoren lagen, konzentrierte sich die Runde für den Rest des Gesprächs auf Zuckerberg und das Management des Unternehmens. Der Chef erzählte, dass es keine Pläne gebe, Facebook an die Börse zu bringen.

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Außerdem werde man nicht die Fehler anderer Unternehmen wiederholen, die sich zu stark an ihrem größten Wettbewerber orientierten. Konkurrenz ist derzeit ohnehin nicht in Sicht: „Es ist wahrscheinlicher, dass unser größter Wettbewerber jemand ist, von dem wir bisher nichts gehört haben.“

Auch einen Blick in die weitere Entwicklung des Internets wagte er: Künftig würden alle Websites auf den jeweiligen Besucher zugeschnitten sein. Um eine solche Personalisierung zu ermöglichen, hat Facebook jüngst eine Datenschnittstelle eingeführt: Wenn ein Facebook-Nutzer eine andere Website besucht, bekommt diese dessen Informationen mitgeteilt.

Eine Technik, die zum jüngsten Proteststurm maßgeblich beigetragen hat.

Pannen, Debakel und Eingeständnisse – mehr über Facebook auf SPIEGEL ONLINE:

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