Zahnärzte ohne Grenzen: Einsatz in Nepal

Eine Kollegin aus Gelsenkirchen beschreibt ihre Tätigkeit in Nepal:

Improvisierte Freiluft-Praxis: Zahnärztin Dr. Angelika Pertl-Sigmar hat ein mobiles Dental-Camp im Gepäck, um Kranken in Nepal zu helfen.

In einer mprovisierte Freiluft-Praxis behandelt Zahnärztin Dr. Angelika Pertl-Sigmar. Sie  hat ein mobiles Dental-Camp im Gepäck, um Kranken in Nepal zu helfen.

Gelsenkirchen-Buer. Zahnärztin Dr. Angelika Pertl-Sigmar ist einmal im Jahr für „Zahnärzte ohne Grenzen“ unterwegs und versorgt kostenlos Menschen, die sich sonst keine Behandlung leisten könnten. Dieses Jahr war sie in Nepal.

 

Der Gang zum Zahnarzt ist hierzulande ebenso selbstverständlich wie vielfach ungeliebt. Was aber, wenn es keine Praxis gibt, die dauerhaft als Anlaufstelle dient bei Schmerzen? Wenn Zahnärzte mit Dental-Camps umher reisen und Patienten stundenlange Märsche hinter sich bringen müssen für eine Füllung? So sieht die Realität in Nepal aus, wo die Bueranerin Dr. Angelika Pertl-Sigmar einmal im Jahr für „Zahnärzte ohne Grenzen“ im Einsatz ist.

Drei Wochen lang behandelt die Zahnärztin dann Menschen, die selten überhaupt einen Arzt zu Gesicht bekommen. Denn die medizinische Versorgung in dem Land ist mit der hiesigen nicht zu vergleichen. Vorsorge und Kontrollen gehören nicht zum Alltag der Nepalesen. „Für die Menschen ist wichtiger, dass die Ernte rechtzeitig eingeholt wird“, spricht Angelika Pertl-Sigmar aus Erfahrung.

Im Studium nach Bolivien

Schon während des Studiums ging sie nach Bolivien um dort zu helfen. „Und seitdem hatte ich diesen Gedanken.“ Die Idee, im Ausland zu helfen, ließ die Dentistin nicht los, begleitete sie durch die Zeit der Eröffnung der eigenen Praxis in Buer und die Gründung einer Familie. „Als die Kinder groß genug waren, habe ich mich über die verschiedenen Organisationen informiert.

Aber vielfach musste man mindestens drei Monate im Ausland bleiben. Und das geht eigentlich nur vor oder nach dem Berufsleben. So lange kann ich meine Praxis ja nicht schließen.“ Erst die Hilfsorganisation „Zahnärzte ohne Grenzen“ bot die Möglichkeit, auch kürzer zu helfen. Da die Organisation schwerpunktmäßig in Nepal arbeitet, stand das Reiseziel für Angelika Pertl-Sigmar schnell fest.

Und auch wenn sie nicht hatte wählen können, die Bueranerin fühlte sich schnell wohl. „Nepal ist ein interessantes Land, von der Landschaft her sehr schön. Man kann als Frau dort sehr sicher alleine reisen. Ich habe nie Angst gehabt.“ Das ist wichtig, denn je nach Einsatzart kann es sein, dass die Zahnärztin durch die Bergregionen reist und immer wieder ihr Dental-Camp aufbaut.

„Finanziell zahle ich drauf, emotional nicht“

„Das wird vorher bekannt gegeben über Radio oder Handzettel. Und dann kommen nicht selten 120 Menschen. Die laufen ein paar Stunden zum Camp und bleiben dann den ganzen Tag da. Das ist ein bisschen wie ein Event für die Leute.“ Strukturen, in die sich auch Angelika Pertl-Sigmar erst einmal hineindenken musste. „Zu einem Patienten habe ich mal gesagt, die andere Seite machen wir morgen. Ich wollte ihn nicht überstrapazieren. Da sah mich der Übersetzer entgeistert an und erinnerte mich daran, wie weit der Patient für diese Behandlung gelaufen war und dass man ihm das nicht noch einmal zumuten könne.“

Für ihre Arbeit in Nepal bekommt die Zahnärztin kein Geld. „Finanziell zahle ich drauf. Emotional nicht.“ Angelika Pertl-Sigmar zahlt ihren Flug selbst und manchmal auch die Übernachtung. Nur wenn sie im Krankenhaus aushilft, kann sie dort auch schlafen. In Deutschland versucht sie zudem, Spenden von Pharmafirmen zu bekommen, nahm bereits Antibiotika und Handschuhe mit nach Nepal.

Im Sommer packt Angelika Pertl-Sigmar wieder die Koffer. Schon jetzt freut sie sich auf Land und Leute. „Solche Einsätze sind eine Möglichkeit, fremde Menschen kennen zu lernen und den eigenen Beruf einzubringen. Es ist die perfekte Art, etwas über sie Menschen zu erfahren. Man ist ja nicht Tourist, sondern lebt mit der Bevölkerung.“

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