Zurück vom schwimmenden Riesen-Hospital: MS Africa Mercy

vor einem dreiviertel Jahr haben Tina und Simon Hänel, damals frisch vermählt, nicht nur der Niederlausitz und nicht nur Deutschland, sondern auch gleich Europa den Rücken gekehrt, um für ein Jahr ehrenamtlich auf der MS Africa Mercy zu arbeiten, einem schwimmenden Riesen-Hospital. Sie als OP-Schwester, er im Krankenhaus-Management-Team. Ende Juni kamen sie nun für anderthalb Monate in ihre Heimat zurück, mit einem Sack voller Erinnerungen an eine aufregende, ereignisreiche und bewegende Zeit.

Vor einem Jahr steckten sie noch in den Vorbereitungen ihrer Reise: Simon und Tina Hänel. Archivfoto: Ingrid Ebert/ieb1

 

Diesen Sack voller Erinnerungen wollen die beiden am Montag, dem 16. Juli, im Saal der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, Leipziger Straße 16 in Forst, öffnen, um Bilder und Geschichten herauszulassen. Beginn ist um 19 Uhr.

„Wir wollen jetzt erst einmal neue Kraft tanken, aber auch für das Projekt werben“, so Tina Hänel. „Wir brauchen wirklich mehr Freiwillige, die bereit sind, ihren Jahresurlaub oder auch länger für die Ärmsten der Armen zu opfern.“ Sie verrät, dass sie ein weiteres Freiwilligenjahr anhängen wollen. „Wir haben uns gut eingearbeitet und wissen uns dort gebraucht.“ Abhängig gemacht haben sie diese Entscheidung davon, ob sich auch weiterhin Sponsoren finden, denn entlohnt wird ihre Arbeit nicht. Im Gegenteil. Sie müssen für alle Ausgaben auch noch selber aufkommen.

Mit einem Vorbereitungsseminar in Texas hatte alles im September 2011 angefangen. Es folgte Sierra Leone. Simon Hänel: „In Freetown City haben wir geholfen, eine Schule zu bauen, und das bei 30 Grad im Schatten und ohne Maschinen. Selbst die Bausteine fertigten wir per Hand aus Sand, der direkt vom Strand geholt wurde, Zement, und Wasser aus einem 20 Meter tiefen Brunnen. Es war uns wichtig, die Kultur an der Basis kennen zu lernen und mit den Menschen so eng wie möglich zusammen zu arbeiten. Eine sehr wertvolle Zeit der Vorbereitung.“

Und endlich ging es auf das Schiff. Tina Hänel: „Als wir aufs Schiff kamen, ging gerade der Einsatz in Sierra Leone zu Ende. In der ersten Woche habe ich mich eigentlich nur orientiert, OP-Säle geputzt, Instrumente sortiert und alles für eine sichere Überfahrt, auf dem Atlantik, verpackt.“ Simon Hänel: „Ich war verantwortlich für die 110 Westafrikaner, die im Krankenhaus als Übersetzer arbeiten. Keiner musste entlassen werden, alle waren super motiviert. Wir arbeiten viel und lange, aber es macht einfach Spaß, solch Angestellte zu haben und man bekommt so viel zurück.“ An der Westküste Afrikas wurden die Ärmsten der Armen operiert.

Auf der MS Africa Mercy hat Tina Hänel als OP-Schwester und Simon Hänel im Krankenhaus-Management-Team gearbeitet. Foto: Debra Bell Foto: Debra Bell

Über Weihnachten legte die „Africa Mercy“ in Ghana an. 2012 ging die Fahrt weiter nach Togo. Aus dem ganzen Land reisten Leute zu einem Patienten-Screening an, um sich untersuchen zu lassen und hoffentlich einen OP-Termin für die nächsten fünf Monate zu bekommen. Tina Hänel sammelte in den vergangenen Monaten sehr viele Erfahrungen im OP-Saal. „Mir geht es gut in meinem Team“, sagt sie, und ihr Ehemann meint: „Auch mir macht meine Arbeit riesen Spaß, denn die Togoer sind einfach die besten Angestellten die man sich vorstellen kann. Sicher, die Kultur funktioniert völlig anders als wir aus den kalten Klimazonen es gewohnt sind. Man muss sich ständig sagen: Es ist nicht verkehrt, es ist einfach anders. Ein Balanceakt.“

Tina Hänel: „Es ist toll, zu erleben, wie Patienten freudestrahlend nach Hause gehen. Eine Frau, die nach zehn Jahren wieder ihren Mund öffnen kann. Ein Mann der nach zwanzig Jahren Blindheit wieder sieht. Ein Mädchen, das zur Schule gehen kann, ohne gemobbt zu werden, weil der riesige Tumor aus ihrem Gesicht verschwunden ist.“ Simon Hänel ergänzt: „So hart wie die Arbeit manchmal ist, wir lieben sie.“

Spenden für den Einsatz von Tina und Simon Hänel sind möglich an:

Mercy Ships Deutschland e.V., Kaufbeuren Konto-Nr. 915440 BLZ 70169413 Verwendungszweck: Support für Simon und Tina (39495)

Zum Thema:
Von ihren Erlebnissen berichten Simon und Tina Hänel am Montag, dem 16. Juli, im Saal der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, Leipziger Straße 16, in Forst. Beginn ist um 19 Uhr.

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